Psychotherapie bei Essstörungen | 1160 Wien

Essstörungen verstehen:
Wenn Essen zur Lösung innerer Konflikte wird

Eine Essstörung ist weit mehr als ein Problem mit dem Essen oder dem Körpergewicht. Häufig ist sie Ausdruck einer tiefen seelischen Belastung. Essen, Nichtessen oder Erbrechen können zu einem Versuch werden, mit überwältigenden Gefühlen, innerer Leere, Anspannung oder einem geringen Selbstwert umzugehen.

Menschen mit einer Essstörung erleben oft einen hohen Leidensdruck. Gedanken an Essen, Gewicht oder den eigenen Körper nehmen einen großen Teil des Alltags ein. Viele fühlen sich gefangen in einem Kreislauf aus Kontrolle und Kontrollverlust, Scham, Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen. Gleichzeitig besteht häufig der Wunsch, endlich frei von diesem ständigen inneren Kampf zu sein.

Wie sich Essstörungen zeigen können

Essstörungen können sich unterschiedlich äußern. Manche Menschen schränken ihre Nahrungsaufnahme stark ein und erleben die Kontrolle über das Essen als Sicherheit. Andere leiden unter wiederkehrenden Essanfällen, die oft mit dem Gefühl verbunden sind, die Kontrolle zu verlieren. Wieder andere wechseln zwischen Essanfällen und kompensatorischen Verhaltensweisen wie Erbrechen, exzessivem Sport oder Fasten. Trotz der unterschiedlichen Erscheinungsformen stehen häufig ähnliche seelische Themen im Hintergrund.

Seelische Hintergründe von Essstörungen

Nicht selten liegen den Beschwerden belastende Beziehungserfahrungen, traumatische Erlebnisse, Schwierigkeiten in der Emotionsregulation oder ein dauerhaft instabiles Selbstwertgefühl zugrunde. Die Essstörung übernimmt dann eine wichtige psychische Funktion: Sie hilft kurzfristig, schmerzhafte Gefühle zu regulieren oder innere Konflikte zu bewältigen. Langfristig verstärkt sie jedoch das Leiden und schränkt die Lebensqualität zunehmend ein.

Wie kann eine psychoanalytisch orientierte Psychotherapie helfen?

In einer psychoanalytisch orientierten Psychotherapie steht nicht allein das Essverhalten im Mittelpunkt. Gemeinsam versuchen wir zu verstehen, welche Bedeutung die Essstörung in Ihrem Leben hat und welche unbewussten Konflikte oder emotionalen Belastungen sich hinter den Symptomen verbergen.

In einem geschützten therapeutischen Rahmen können belastende Gefühle, Beziehungserfahrungen und innere Konflikte verstanden und bearbeitet werden. Oft wird dabei deutlich, dass die Essstörung ursprünglich eine wichtige Funktion erfüllt hat – etwa Schutz vor überwältigenden Gefühlen, die Regulation von Anspannung oder der Versuch, Kontrolle und Sicherheit zu gewinnen.

Mehr Selbstakzeptanz und innere Freiheit entwickeln

Ziel der Therapie ist es, diese Funktion nach und nach überflüssig werden zu lassen. Sie entwickeln ein besseres Verständnis für sich selbst, lernen Gefühle bewusster wahrzunehmen und auszudrücken und können neue, gesündere Wege finden, mit Belastungen umzugehen. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, den Selbstwert zu stärken und einen freundlicheren Umgang mit dem eigenen Körper zu entwickeln.

Veränderung braucht Zeit. Eine Essstörung entsteht meist nicht von heute auf morgen – und sie verschwindet auch nicht durch Willenskraft allein. Mit Geduld, Verständnis und einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung kann jedoch ein nachhaltiger Veränderungsprozess entstehen, der zu mehr innerer Freiheit, Selbstakzeptanz und Lebensqualität führt.

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